Benefizveranstaltung

Die Mitglieder des Fanclubs "Frei.Wild" überreichen Monika Weis einen Spendenscheck.

„Manchmal erfüllen wir auch den letzten Herzenswunsch“

Ein fester Händedruck zur Begrüßung, ein herzliches Lächeln auf den Lippen – Monika Weis nimmt sich trotz der Hektik Zeit für jeden einzelnen ihrer Gäste. An diesem Tag sind sie zahlreich erschienen – Gäste, Unterstützer und Freunde. Sie alle sind am Sonntag ins Tennisheim am Itzenplitzer Weiher gekommen, um Weis und ihren Verein Großes Herz für kranke Kinder zu unterstützen.

Seit 15 Jahren veranstaltet Weis, die in Heiligenwald lebt, solche Benefizveranstaltungen für mehrfach schwerstbehinderte Kinder. In den vergangenen Jahren hat die 66-Jährige schon 354.000 Euro für die Kinder gesammelt. Das Geld geht an die, die es am meisten brauchen. Völlig unbürokratisch. Die an diesem Sonntag gesammelten Spenden gehen so zum Beispiel an den kleinen Pauli, der permanent beatmet werden muss. Seine Familie soll ein Auto bekommen, in dem die dauerhafte Beatmung einfacher wird. Ein anderes Kind mit Behinderung erhält an diesem Tag die Zusage, dass seine Delfintherapie nun endlich mit Hilfe der Spendengelder finanziert werden kann.

Der Verein kommt für Sachleistungen und Therapien auf, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden. „Manchmal erfüllen wir auch nur den letzten Herzenswunsch“, erklärt Weis. Sie erinnert sich an ein Kind mit Schwerstbehinderung, das sich wahnsinnig über ein speziell angefertigtes Fahrrad gefreut hatte, das der Verein finanziert hatte.

Eigene Krankheit als Wendepunkt

„Derzeit stehen wir 19 schwerstkranken Kindern zur Seite“, sagt Weis, die früher in einer Boutique gearbeitet hat und in ihrem früheren Leben nie mit Veranstaltungsplanung oder Spendenaktionen in Berührung gekommen war. Ihr Engagement entwickelte sie 1999 als sie selbst schwer krank wurde. Diagnose Brustkrebs. Während ihrer achtmonatigen Therapie traf sie im Krankenhaus oft auf kranke Kinder. „Ihr Leid hat mich tief berührt und ließ mich nicht mehr los. Ich wollte schnell gesund werden, um etwas Gutes für diese kranken Kinder tun zu können“, sagt Weis.

Auch jetzt im 15. Jahr tut Weis noch Gutes für ihre Schützlinge. Unterstützt wurde sie vergangenen Sonntag dabei von den Firmen und Privatleuten, die für die Tombola Sachleistungen spendeten und den Gästen die daran teilnahmen. Der Verein Herzensengel aus Merzig spendete zudem 2000 Euro für besagte Delfintherapie und 500 Euro für den Verein. Die Spyderfreunde Saar Pfalz kamen in einer ganzen Motorrad-Kolonne zum Itzenplitzer Weiher und übergaben Weis einen Scheck in Höhe von 250 Euro. Die rund 40 Mitglieder sammeln für verschiedene gemeinnützige Vereine und veranstalten dafür beispielsweise Suppentage oder Zimtwaffelverkäufe. Der Fanclub der Deutschrock-Band Frei.Wild ist durch Landrat Sören Meng auf Großes Herz für kranke Kinder aufmerksam geworden und spendete 4800 Euro.

Auf die Frage, was Weis nach 15 Jahren noch immer antreibe, antwortet sie: „Wenn ich den Kindern helfen kann, wenn ihre Augen strahlen oder wenn ich Erleichterung schaffen kann, dann ist das eine schöne Arbeit“. Sie sei aber auch belastend, vor allem dann, wenn sie sehe, wie die Kinder leiden. Zudem würde es immer schwerer Tombolas und Benefizveranstaltungen auszurichten, da immer weniger Menschen bereit seien, etwas zu geben. „Allzu lange möchte ich die großen Veranstaltungen nicht mehr organisieren“, sagt Weis. Voraussichtlich  noch bis 2020. Der Verein bleibt aber weiterhin bestehen, versichert sie. Ihr nächster Termin  für eine Spendenaktion steht auch schon fest: Am Sonntag, 12. August, veranstaltet sie mit ihren Helfern ein „Überraschungstüten-Angeln“ auf der Laurentiuskirmes in Heiligenwald.



Weitere Infos unter: www.ein-grosses-herz.de