Heinz-Ehrhardt-Abend in Heiligenwald

Dem Original zum Verwechseln ähnlich: Hans Joachim Heist in seiner Rolle als Heinz Ehrhardt. Foto: Isabel Sand

Den Schalk im Nacken

Anzug, Hornbrille und die Frisur sitzt, dazu noch die unverwechselbare Mimik und Gestik – wenn Schauspieler Hans-Joachim Heist (69) auf der Bühne steht, meint man, der echte Heinz Ehrhardt (+ 1979) sei wieder auferstanden. Heist, auch bekannt als der motzige Charakter Gernot Hassknecht der ZDF-Satiresendung „Heute Show“, gastierte mit seinem Soloprogramm „Noch’n Gedicht“ am 28. September im Bürgerhaus Heiligenwald.

Dabei sah der Schauspieler seinem Vorbild Heinz Ehrhardt nicht nur zum Verwechseln ähnlich, er gab auch dessen berühmteste Gedichte, Lieder und Wortspielereien zum Besten und bescherte dem Publikum damit einen unterhaltsamen Abend in nostalgischer Erinnerung an jenen großen Komiker der Nachkriegszeit. Verschmitzt, spitzbübisch und fantasievoll trat Heist ganz in Ehrhardt-Manier auf und läutete seine Show mit dem Aufsetzen der wohlbekannten Brille und dem Satz ein: „Ach, ich bin heute wieder ein Schelm“.

Wahrlich schelmenhaft erging sich der Ehrhardt-Doppelgänger in Wortspielereien und zitierte die bekannten Gedichte des großen Humoristen. Egal ob da von unverwechselbarem Treibgut im Meer vor der „Kot“ d’Azur die Rede war oder beim Gedicht „Die Made“, das Publikum feierte den herrlich humoristischen Auftritt Heists und erwies sich als äußerst Ehrhardt-sicher. Da wurden Reime auch schon einmal mitgeraunt, wie etwa beim Lied vom alten Lord, „der fuhr nur im Ford fort“. Auch die Parodie auf Goethes „Erlkönig“ durfte an diesem Abend nicht fehlen. Köstlich amüsierte sich Ehrhardt alias Heist über die lustigsten saarländischen Ortsnamen, angeführt von „Kaltnaggisch“. Spontan setzte er zu ein paar Versen zu Herrensohr an: „Es weht ein kalter Wind in Kaltnaggisch“. Das Publikum dankte es ihm mit schallendem Applaus.

 

Autorin: Isabel Sand