Hundehaufen auf Schritt und Tritt

In der Gemeinde Schiffweiler gibt es 27 Abfalleimer samt Tütenspender. Foto: Isabel Sand

Tretminen, wohin das Auge reicht. Der Bürgersteig in der Schiffweiler Klosterstraße ist derart übersät mit Hundekot, dass Fußgänger beinahe einen Hindernisparcours absolvieren müssen, um ihn sicher passieren zu können. Eine Anwohnerin meldete die zunehmende Anzahl der Häufchen dem Ordnungsamt Ende Februar. Mit ihrer Beschwerde ist sie nicht allein. Vermehrt Klagen gibt es derzeit auch vom Feldweg gegenüber des Schiffweiler Friedhofes und vom Naturerlebnisweg Striet, wo Hundekot zum Ärgernis für viele Spaziergänger geworden ist.

„Viele Hundehalter lassen die Hinterlassenschaften ihrer Tiere einfach liegen“, sagt Daniela Nau vom Ordnungsamt der Gemeinde Schiffweiler. Und das, obwohl in der Gemeinde Schiffweiler mittlerweile 27 Hundetoiletten samt Tütenspender aufgestellt wurden. Kostenlose Tüten gibt es zudem im Rathaus sowie in Heiligenwald im Tabaklädchen Rüdiger Zorn. Doch manchem Herrchen oder Frauchen scheint selbst das Tragen der Plastikbomben zum nächsten Mülleimer zu viel zu sein. „Leider müssen wir auch immer wieder feststellen, dass die Plastiktüten samt Inhalt im Gebüsch oder auf der Straße entsorgt werden“, so Nau. Wenn die Tüten nicht vom Bauhof gefunden werden, verbleiben sie dort schlimmstenfalls bis in alle Ewigkeiten, denn Plastik vergeht nicht.

Wer das Häufchen seines Hundes nicht entsorgt, dem droht zudem ein Bußgeld. In der Gemeinde Schiffweiler werden dann 50 Euro fällig – bei einem erstmaligen Verstoß, danach wird es teuer. Außerdem muss der Hundehalter mit einer Anzeige rechnen.

Die Hinterlassenschaften des Vierbeiners können nicht nur teuer werden, sie sind auch gesundheitsschädlich. Leidtragende sind Spaziergänger, die in die Häufchen hineintreten und Bakterien oder Parasiten mit nach Hause schleppen. Besonders ekelerregend sind Hundehaufen auf Spielplätzen und Schulhöfen, wo Kinder leicht mit den Ausscheidungen der Vierbeiner in Berührung kommen können. Und auch auf landwirtschaftlichen Feldern hat Hundekot nichts verloren, schließlich werden hier Futter- und Lebensmittel produziert.

Im Sinne aller Mitmenschen und für ein respektvolles Miteinander ist es daher ratsam, den Hund niemals unbeaufsichtigt umherlaufen zu lassen. Auch sollten Spielplätze und Schulhöfe gemieden und weiträumig umgangen werden. Sollte ein Hund sein Geschäft auf Bürgersteigen, öffentlichen Wegen, Plätzen oder Grünanlagen verrichten, ist der Halter dazu verpflichtet, den Hundekot unverzüglich zu beseitigen. Die Gemeinde oder gar Mitmenschen sind dafür nicht zuständig. Es handelt sich um einen Irrglauben, dass derlei Reinigungsarbeiten mit der Hundesteuer abgegolten sind. Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer, mit der das Halten von Hunden besteuert wird. Wie jede Steuer ist sie eine öffentlich-rechtliche Abgabe, der keine bestimmte Leistung gegenübersteht.

Text: Isabel Sand