Kanalsanierung

Zwei Kanalarbeiter tragen Silikatharz auf eine Glasfasermatte auf. Foto: Isabel Sand

Schiffweiler investiert in Kanalnetz

Plötzlicher Starkregen, überschwemmte Straßen, vollgelaufene Keller und weggeschwemmte Kanaldeckel – Unwetter können verheerende Folgen haben. Nicht selten liegt das Problem an Kanälen, die die Wassermassen nicht fassen können. Um dem entgegenzusteuern, hat die Gemeinde Schiffweiler ihre Kanäle nicht nur baulich, sondern auch hydraulisch untersuchen lassen.

Bei der hydraulischen Untersuchung eines Kanals wird berechnet, wo dieser eventuell zu klein ist und es zu einem Überstau kommen könnte. „Um beurteilen zu können, ob ein bestehendes Kanalnetz einen ausreichenden Überflutungsschutz sicherstellen kann, sowie zur Festlegung von Sanierungsmaßnahmen bereits bekannter Schwachstellen, werden hydraulische Kanalnetzberechnungen erstellt“, erklärt Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Thorsten Siebraße. Vergangenes Jahr hat die Gemeinde eine solche hydraulische Berechnung anfertigen lassen. Daraus ergaben sich einige Sanierungsprojekte, die dem Gemeinderat im Frühjahr dieses Jahres vorgestellt worden waren.

Die vorgelegten Ergebnisse zeigen an einigen Punkten Handlungsbedarf. Die geschätzten Gesamtbaukosten liegen bei rund 6,5 Millionen Euro, wobei die Kosten pro Maßnahme von rund 1000 Euro für einen druckdichten Kanaldeckel bis hin zu größeren Projekten mit Baukosten von ca. 800.000 Euro reichen. Um das Schiffweiler Kanalnetz mit einer Gesamtlänge von 137 Kilometern (davon 119,5 km Gemeinde, 13 km EVS und 4,5 km RAG) in einem voll funktionsfähigen Zustand zu halten, wurden durch das Abwasserwerk der Gemeinde Schiffweiler in den Jahren 2000 bis 2017 knapp 25 Millionen Euro investiert.

Dabei setzt die Gemeinde auch auf modernste Techniken bei der Kanalsanierung. „Alle Kanäle sind grafisch verzeichnet und fast durchweg verfilmt“, sagt Siebraße. So haben Roboter das Innenleben der Kanäle gefilmt, um den aktuellen Zustand zu erfassen und bauliche Schäden zu dokumentieren. „Wir vermeiden es, Straßen aufzureißen und wenden lieber Techniken wie die punktuelle Sanierung durch Kurzliner oder die Ausbesserung durch Roboter an“, erklärt der Diplom-Wirtschafts-Ingenieur. Bei der Kurzliner-Methode wird eine mit Silikatharz überzogene Glasfasermatte mit Überdruck an die Innenwand des beschädigten Kanals gepresst.

„Die Sanierung und Erhaltung des Kanalnetzes ist eine Investition in die Zukunft. Dabei setzen wir auf kontinuierliche und moderate Investitionen, um größere Schäden zu vermeiden und künftige Generationen zu entlasten“, so Bürgermeister Markus Fuchs.

 

Autorin: Isabel Sand