Kleine Gärtner für große Artenvielfalt

Beim großen Pflanzprojekt der Gemeinde wurden 23.000 Blumenzwiebeln an der Klinkenthalhalle gesetzt. Foto: Isabel Sand

Grundschüler pflanzen 23.000 Blumenzwiebeln

Über der umgepflügten Erde lagen noch Nebelschwaden als vier Schulklassen der Grundschule Landsweiler-Reden am Freitagmorgen an der Klinkenthalhalle ankamen. Ausgerüstet mit kleinen Spaten und Schaufeln machten sie sich am Morgen des 28. September daran, ein ambitioniertes Projekt in die Tat umzusetzen: Auf der Wiese an der Klinkenthalhalle in Landsweiler-Reden sollten 23.000 Blumenzwiebeln gepflanzt werden.

„Das funktioniert nur mit guter Organisation“, sagt Ina Klaumann vom Umweltamt der Gemeinde. Was auf den ersten Blick aussah, wie ein bunter Haufen Kinder, die in der noch feuchten Erde spielen, hatte einen Plan. Während die einen die Zwiebeln auf der umgepflügten Fläche verteilten, buddelten die anderen Löcher und setzten die Zwiebeln in die Erde. Im Frühjahr sollen an jenen Stellen Narzissen und Krokusse aus der Erde sprießen.

Bevor es allerdings überhaupt möglich war, die Löcher zu schaufeln, musste die Erde bearbeitet werden. Dazu wurde die Wiese hinter der Klinkenthalhalle in den Tagen zuvor umgepflügt und aufgelockert. „Nach dem Einpflanzen der Blumenzwiebeln wurden außerdem wieder Grassamen verstreut, sodass im kommenden Jahr hoffentlich eine schöne Blumenwiese entsteht“, erklärt Klaumann. Dabei sollen die Blumen nicht nur gut aussehen und das Ortsbild verschönern, sondern auch die Artenvielfalt fördern. „Mit dem großangelegten Pflanzprojekt möchten wir Bienen und anderen Insekten einen neuen Lebensraum schaffen“, so Klaumann weiter. Zusätzlich zu den Blumenzwiebeln werden außerdem noch insektenfreundliche Sträucher angepflanzt. Informationstafeln sollen zukünftig auch über die Flora und Fauna des Gebiets aufklären.

Aber schon jetzt gibt es in der durchwühlten Wiese Einiges zu entdecken: Da winden sich lange Regenwürmer im Matsch und tanzen kleine Käfer über Steine. Und wer erst einmal die Scheu vor der feuchten Erde überwunden hat, kann mit bloßen Händen nach Herzenslust im Matsch wühlen und dabei gleichzeitig einen wunderschönen Garten für morgen anlegen. Ganz vertieft in die Arbeit geht es so auch schnell voran mit dem Pflanzprojekt und schon nach zwei Stunden war nahezu die ganze Wiese bepflanzt. Das war auch möglich durch die Unterstützung der neu ernannten Naturschutzbeauftragten Frank Köbrich, Werner Threm und Willi Marchina, die den Kindern an diesem Morgen mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben.

Auch Bürgermeister Markus Fuchs schaute an diesem Freitagmorgen bei der Pflanzaktion vorbei und lobte den tatkräftigen Einsatz der Kinder und ehrenamtlichen Helfer. „Dieses Projekt wertet nicht nur unser Ortsbild auf und fördert die Artenvielfalt, es bringt auch ganz viele Menschen zusammen, sich für eine Sache gemeinsam einzusetzen. Ich sehe an der Freude der Kinder und Helfer, dass es schon jetzt eine gelungene Aktion ist“, sagte Fuchs.

Gefördert wird das Projekt zu drei Vierteln vom Umweltministerium. Unter dem Namen „Dem Saarland blüht was“ hatte das Umweltministerium vergangenes Jahr ein Programm zur Förderung von innerörtlichen Blühflächen ins Leben gerufen. Für Schiffweiler gab es insgesamt 38.000 Blumenzwiebeln für drei Standorte. Ende September wurden 5.000 Zwiebeln an der Lindenhalle in Stennweiler und 23.000 an der Klinkenthalhalle gesetzt. Der letzte Termin für das große Pflanzprojekt ist für Dienstag, 16. Oktober, auf der Wiese am Parkplatz Itzenplitzer Weiher in Heiligenwald geplant. Dann sollen mit Hilfe der Grundschule Heiligenwald und freiwilligen Helfern die letzten 10.000 Blumenzwiebeln gepflanzt werden. Wer mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen, ab 10 Uhr an der Pflanzaktion teilzunehmen.

 

Autorin: Isabel Sand