Narren nehmen Rathaus ein

Trotz schlechten Wetters zwang das närrische Volk Bürgermeister Markus Fuchs aus dem Rathaus. Foto: Isabel Sand

Zahlreiche Narren harrten trotz Nieselregen am Samstag vor den Pforten des Schiffweiler Rathauses aus. „Mir hann von der leer Kass die Schniss jetzt voll, unn deshalb werre ihr jetzt do raus gehol“, kündigten die närrischen Angreifer an. Zuvor hatten sie sich – angeführt vom Musikverein Harmonie und begleitet von den Garden – vom Feuerwehrgerätehaus ihren Weg zum Rathaus gebahnt.

Mit den Karnevalsvereinen HCV Die Flitsch Heiligenwald, Elleretze Heiligenwald, KKV Landsweiler-Reden und der närrischen Abteilung der Interessengemeinschaft Stennweiler sah sich Bürgermeister Markus Fuchs starken Gegnern gegenüber, die ihn an diesem Nachmittag aus dem Rathaus bugsieren wollten.

Mehrere Male setzten sie zum Sturm an, doch Bürgermeister Markus Fuchs gab sich nicht so leicht geschlagen. „Heit, do dun er iwwertreiwe, wolle mich schon wedder aus em Rathaus treiwe“, begrüßte er das närrische Volk. „Jetzt stehn er do off der Stroos unn wolle erenn, das nehm ich nedd so eenfach hin“, verweigerte der Fuchs den Narren den Einlass.

Die ließen sich von seiner Rede kaum beeindrucken und setzten aufs Neue zum Sturm auf das „altehrwürdig Beamtehaus“ an. Auch die Worte des Bürgermeisters, das Rathaus sei schließlich das „Machtzentrum der Gemeen“, ein „Haus der Arbeit“, ein „Leistungszentrum ganz extreem“ ließ die närrische Schar kalt. Ein lautstarkes dreimal Alleh Hopp, ein erneuter Sturm und die Gewehrsalven der Wemmetsweiler Schützengilde zwangen den Bürgermeister schließlich in die Knie. Die weiße Fahne wurde gehisst, die Kasse an die Prinzenpaare übergeben. „Ich genn eich de Schlissel her, ich vertrau ne eich aan, ab sofort hann ihr hier es Saan“, sagte Fuchs und übergab den goldenen Schlüssel. Im Anschluss an den erfolgreichen Rathaussturm wurde gemeinsam im Ratssaal und Feuerwehrgerätehaus gefeiert.