Tagesfahrt Koblenz

Szene aus dem Theaterstück "Blut und Königsbleiche". Foto: Caroline Rosemann

Glanz und Elend der Preußenzeit am Rhein

Ein Tagesausflug der Gemeinde Schiffweiler nach Koblenz mit der saarländischen Autorin Maria W. Peter.



Die Erwartungen der Gäste waren hoch, als der Reisebus von Schiffweiler am 2. September in Richtung Koblenz aufgebrochen war, wohin Alexandra Vogt vom Kulturamt der Gemeinde zu einer Tagesreise eingeladen hatte. Das abwechslungsreiche Programm der Fahrt versprach Kultur, Natur, gute Unterhaltung, Gaumenfreuden sowie unvergessliche Erlebnisse – und fand einen solchen Anklang, dass die Veranstaltung bis auf den letzten Platz ausgebucht war.

Die Teilnehmer wurden nicht enttäuscht, denn bereits die Busfahrt selbst stellte das erste kulturelle Highlight dar. Die saarländische Autorin Maria W. Peter, die sich mit ihren historischen Krimis und Romanen einen Namen gemacht hat (zuletzt: „Die Festung am Rhein“) übernahm persönlich die Reiseleitung, unterstützt durch den historischen Darsteller Peter Weiser. Beide Geschichtsexperten verkürzten den Gästen die Reisezeit durch interessante Anekdoten und spannende Einblicke in die preußische Herrschaft im 19. Jahrhundert an Rhein, Mosel und Saar. Dabei verkörperte Peter Weiser einen Zouave-Soldaten mit farbenprächtiger, orientalischer Uniform, wie er von der französischen Armee im Krieg 1870/71 eingesetzt worden war und erzählte verblüffende und auch ernste Begebenheiten aus einer Zeit, in der auch das Gebiet des heutigen Saarlandes zum Kriegsschauplatz geworden war.

Zunächst steuerte der Bus den direkt am Rhein gelegenen Koblenzer Brauereiausschank an, der neben einem leckeren Mittagessen auch eine malerische Aussicht auf den Fluss und das gegenüberliegende Lahnstein bot. So gestärkt ging es dann weiter zur Festung Ehrenbreitstein, wo die Reisegruppe vom „preußischen Gefreiten“ Manfred Böckling in voller Uniform in Empfang genommen wurde. Der Koblenzexperte führte die Gäste kenntnisreich und unterhaltsam durch die verwinkelten Gänge und Wälle der Festung, die heute unter anderem auch ein Museum und zahlreiche Ausstellungen beherbergt.  

Den krönenden Höhepunkt des Tages bildete dann die Aufführung des Theaterstücks „Blut und Königsbleiche“ durch die Theatertruppe „Compagnie en route“ im neuen Theatersaal der Festung Ehrenbreitstein. Das historische Schauspiel über die bewegte Zeit zwischen der Märzrevolution 1848 und dem Vorabend des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 ist von Autorin Maria W. Peter im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz verfasst und von Presse und Fernsehen hoch gelobt worden.

Auch die Zuschauer aus dem Saarland zeigten sich bewegt von der dramatischen Geschichte um Freiheit, Verrat, Loyalität und Liebe, die – trotz der zeitlichen Distanz – sehr aktuell und daher umso erschütternder wirkte. Von Regisseurin Carola Moritz meisterlich in Szene gesetzt, brillierten die beiden Darsteller Myriam Tancredi und Christoph Gérard Stein, als Wäscherin Marthe und preußischer Sergeant Thomas. Und so floss auch in den Zuschauerrängen die eine oder andere Träne.

„Ich fand es sehr emotional“, meint Kristina Rosenfeld sichtlich bewegt. „Die Schauspieler waren überzeugend und haben das bedrückende Gefühl gut rübergebracht. Die Unsicherheiten dieser Zeit und auch die verlorenen Hoffnungen der 48er Revolution.“

Auch Rita Pohl zeigt sich von dem Stück tief beeindruckt. „Hervorragend! Erstklassige Aufführung. Ein tolles Theaterstück und sehr ausdrucksstarke und brillante Darsteller. Schauspielkunst in Perfektion.“

„Das Theaterstück war einfach grandios!“, schwärmt auch Susanne Degenhardt, die als Buchhändlerin beruflich viel mit Literatur und Geschichte zu tun hat. „Mit wenigen Mitteln haben die Schauspieler ein eindrucksvolles und ausdrucksstarkes Szenario geboten, das dem wunderbaren Tag die Krone aufgesetzt hat.“

Damit trotz der ernsten Thematik des Theaterstücks auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam, wurden die Gäste in der Pause mit einem üppigen Büffet aus Kaffee und Kuchen verwöhnt. Dann neigte sich der Tag auch schon dem Ende zu, und es war Zeit, zurück in Richtung Heimat aufzubrechen. Die Erlebnisse dieser Reise werden sicher noch lange im Gedächtnis und im Gespräch bleiben.

Wer nun neugierig auf diese spannende Mischung aus Kultur, Unterhaltung und kulinarischen Genüssen geworden ist, der hat am Sonntag, den 28. Oktober 2018, ab 11:30 Uhr noch einmal eine Gelegenheit dazu, diese ebenfalls zu erleben. An diesem Tag stellt die saarländische Autorin Maria W. Peter ihren neuen Schottland-Roman „Die Melodie der Schatten“ im Bürgerhaus Heiligenwald vor. Umrahmt wird die Veranstaltung von schottischer Live-Musik und Gesang sowie einem Speisebüffet nach traditioneller schottischer Rezeptur.

Näheres unter:

www.schiffweiler.de, alexandra.vogt@schiffweiler.de oder unter 06821 – 678 44

 

Autorin: Alexandra Vogt