"JEDERMANN" von Hugo von Hofmannsthal

Theateraufführung auf den Treppen der Großen Werkstatt von Hofmannsthals "Jedermann" gespielt. Das Münchner Ensemble JedermannSpielleut zeigt vor Industriekulisse eine reduzierte Inszenierung über Reichtum, Tod und Sinn des Lebens.

Mit einer besonderen Premiere bereichert der Erlebnisort Reden sein kulturelles Programm: Erstmals wird auf den Treppen vor der Großen Werkstatt ein Theaterstück aufgeführt. Vor der imposanten Industriekulisse bringt das Münchner Theaterensemble „JedermannSpielleut“ unter der Leitung seines Gründers Karl Arthur Reinshagen Hugo von Hofmannsthals Klassiker „Jedermann“ auf die Bühne und verwandelt den Erlebnisort Reden in einen außergewöhnlichen Schauplatz für großes Theater.

„Jedermann“ das Spiel vom Sterben des reichen Mannes ist ein Theaterstück von Hugo von Hoffmannsthal, das 1911 in Berlin unter der Regie von Max Reinhardt uraufgeführt wurde. Seit 1920 ist das Stück Bestandteil der Salzburger Festspiele. Seit langem wird es auch von vielen Theaterensemblen in verschiedenen Inszenierungen aufgeführt.

„Jedermann“ ist ein ebenso unterhaltsames wie wortgewaltiges „Spiel“ über das Leben und Sterben eines reichen Mannes. Das Stück ist in seinen zentralen Aussagen bis in unsere Tage zeitgemäß.

Jedermann ist ein „Reicher“, der von „Zins und Renten“ seines Besitzes üppig lebt. Seine Gastmähler und Feste werden gerühmt. Seiner Geliebten lässt er für viel Geld einen „Lustgarten“ bauen, auf Mahnen und gute Ratschläge hört er nicht. Jedermann ist genusssüchtig und egoistisch. Sein Motto: Ich nehme, was ich will, und zwar sofort, denn es gibt nichts, was man für Geld nicht kaufen kann. Doch dann sieht er sich plötzlich dem Tod gegenüber und schmerzlich wird ihm bewusst, dass sich alle seine vermeintlichen Freunde von ihm abwenden. Da helfen kein Geld und keine Versprechen. Sein Reichtum vermag gar nichts und ist wertlos geworden. Erst die Konfrontation mit seinen „Werken“ und dem „Glauben“ vermögen es, ihn davon zu überzeugen, dass auch sein Leben eingebettet ist in ein grösseres Universum und dass es eine Läuterung durch einen verzeihenden Gott geben kann.

Letzteres ist die zentrale Botschaft des Stücks, das ganz besonders durch die Wirkung seines gereimten ursprünglichen Textes auf die Zuschauer einwirkt. Vor diesem Hintergrund kommt es trotz aller scheinbar dem Publikumszulauf geschuldeten „spektakulären“ und aufwendigen Inszenierungen darauf an, dem Zuschauer zu ermöglichen, den Text auf sich wirken zu lassen und ihn nicht durch „Spektakel“ abzulenken.

Dieser Form der „reduzierten“ Darstellung auf Originaltext und -spiel hat sich das Münchner Theaterensemble „JedermannSpielleut“ unter der Leitung des Gründers Karl Arthur Reinshagen (der aus Ottweiler stammt) verpflichtet. Er, der selbst in die Rolle des „Todes und des Mammons“ schlüpft, trug sich 1974 mit dem Gedanken, dieses großartige, zeitlose Stück auf die Bühne zu bringen.

2017 war es dann so weit: er gründete sein Ensemble und seitdem fanden zahlreiche gelungene und gelobte Aufführungen an verschiedenen Spielstätten in Deutschland statt. Die Schauspieler des Ensembles kommen aus dem Großraum München. Sie sind professionelle Schauspieler, spielen an verschiedenen kleineren Bühnen, manche haben zusätzlich kleinere Film- und Fernsehauftritte, alle haben langjährige und vielfältige Bühnenerfahrung.

Ihre „Mission“ zu ihrer „Jedermann“-Inszenierung formulieren sie selbst so: „Es geht uns darum, den Zuschauern eine lehrreiche Geschichte zu erzählen, die frei von „Spektakel“ ist, die aber trotz seiner „Text- und Sprachlastigkeit“ unterhaltsam ist. Unsere Zuschauer sollen sich vorrangig auf den Text und damit die Aussagen konzentrieren und diese „verinnerlichen“ können. Sie sollen Parallelen im Leben allgemein und in ihrem eigenen Dasein erkennen. Dabei wollen wir nicht belehrend sein, sondern „tiefgründig unterhalten.“ Der Spielleiter selbst ergänzt: „Nur wenn unsere Zuschauer anders aus der Vorstellung herauskommen als sie hineingegangen sind, waren wir gut.“

Theater in seiner ausgeprägten Form des Wortes das ist „Jedermann“. Wir spielen mit den Worten die Hugo von Hofmannsthal so verstanden haben wollte in seiner Zeit. Damals wie heute haben dieselben Ansätze ihre Bedeutung und nichts ging verloren über das Jahrhundert hinweg.

Am Ende deines Lebens interessiert es dich nicht wieviel Geld du hast, wie groß dein Haus ist, welches Auto du fährst, in diesem einen Moment interessiert dich nur noch, wer an deiner Seite steht!

Die rund zweistündige Aufführung ohne Pause beginnt um 20:00 Uhr, Einlass ist ab 18:00 Uhr. Parkmöglichkeiten stehen auf dem Parkplatz P1 (vor der Großen Werkstatt) in der Bildstockstraße zur Verfügung, zudem befinden sich direkt vor der Großen Werkstatt ausgewiesene Behindertenparkplätze.

Eintrittskarten sind über Ticket Regional sowie über den Zweckverband Erlebnisort Reden erhältlich.

Die Darsteller:

  • Bartholomäus Sailer – Jedermann
  • Karl-Arthur Reinshagen – Tod, Mammon
  • Christian Mathes – Guter Gesell

Monika Sailer – Spieleansagerin, Buhlschaft Marietta Diehl – Schuldknechts Weib, Gute Werke Ursula Köhler – Gott der Herr, Glaube Ingeborg Kirchhoff – Jedermanns Mutter Ludwig Gruber – Armer Nachbar, Ein Vetter Toni Wimmer – Schuldknecht, Der andere Vetter Angelika Gruhne – Teufel Anna Reinshagen – Köchin, Assistenz Claudia Gruber – Hausdame

Die Technik übernimmt Dominik Sauer Veranstaltungstechnik